Klimamassnahmen nach dem Verursacherprinzip: JA zur Initiative für eine Zukunft!
Jährlich werden in der Schweiz rund 100 Mia. Franken steuerfrei vererbt. Mit den Hinterlassenschaften der Babyboomer wird dieser Betrag noch stark ansteigen. Die Schweiz wird immer ungerechter.
Nun verlangt die Erbschaftssteuer-Initiative, dass auf vererbten Vermögen, die 50 Millionen Franken übersteigen, eine Steuer von 50% fällig wird. Bei 50 Millionen oder weniger wären es 0 Franken.
Die Einnahmen werden auf 6 Mia pro Jahr geschätzt und sollen für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmassnahmen verwendet werden. Klimaerhitzung und Zusammenbruch der Biodiversität sind die grössten Gefahren für die Menschheit und werden überproportional durch die Investitionen – aber auch den Lebensstil – von überreichen Menschen verursacht.
Die Steuer ist auch deshalb fair, weil Erben für ihr Vermögen nichts geleistet haben. Das ist für Liberale klar. Länder, die bereits eine Erbschaftssteuer kennen, haben Mechanismen, um zu verhindern, dass Grossfirmen verkauft werden müssen, um die Steuer zu bezahlen: KMUs sind angesichts des Schwellenwertes gar nicht betroffen.
Auch nicht relevant ist das Gegenargument, dass auf dem vererbten Betrag bereits Steuern bezahlt wurden, denn das ist auch in anderen Fällen gang und gäbe: Mit dem bereits versteuerten Lohn muss z.B. bei einem Einkauf auch die Mehrwertsteuer bezahlt werden.
Gewisse Überreiche drohen mit ihrem Wegzug bei Annahme der Initiative – was für selbsternannte Patrioten sind das? Die allermeisten werden aber das Leben hier in politischer und wirtschaftlicher Stabilität, die relativ intakte Umwelt und die vorzüglichen öffentlichen Dienstleistungen vorziehen.
Adrian Tanner, Präsident Grüne Ostermundigen, Mitglied GGR
www.gruene-ostermundigen.ch
Dieser Text erschien in der Bantiger Post am 12. November 2025